Stand des Mobilfunk in Deutschland – ein Überblick

Stand des Mobilfunk in Deutschland – ein Überblick – 2021 ist vorbei und vor allem in den deutschen Mobilfunk-Netzen hat sich viel getan. Die 3G Netze wurden mittlerweile sowohl bei den D1 Tarifen als auch bei den Vodafone Flat und auch bei den O2 Handyverträgen abgeschaltet. Dazu wurden aber auch wieder inaktive Simkarten ausgebucht und damit sinkt die Zahlt der aktiven Simkarten in Deutschland auf 105,2 Millionen Stück. 2020 waren es noch 107,4 Millionen aktive Sim und eSIM gewesen. Dennoch ist es nach wie vor so, dass jeder Bundesbürger statistisch mehr als 1 Simkarte hat, aktuell liegt die Quote bei 1,27 Sim pro Kopf.

Die Grafik aus dem Tätigkeitsbericht der Bundesnetzagentur zeigt auch, dass die Prepaid Nutzung wieder zugenommen hat. Der Anteil von Prepaid Sim steigt leicht auf 35,8 Prozent an, das sind 08 Prozent mehr als im Vorjahr. Allerdings dürfte dieser Effekt vor allem darauf zurückzuführen sein, dass die Telekom Lebara als Prepaid Anbieter eingestuft hat, bisher wurden die Simkarten im Postpaid Bereich mit geführt. Eine wirkliche Trendumkehr kann man daher bei der Nutzung von Prepaid Angeboten bisher nicht erkennen. Die Bundesnetzagentur schreibt selbst zur weiteren Verteilung der Handykarten in Deutschland:

Bei der Verteilung der SIM-Karten ist eine leichte Verlagerung von Serviceprovidern zu Netzbetreibern festzustellen. Zum Ende des ersten Halbjahres 2021 waren 77 % der Karten (80,6 Mio.) bei den Netzbetreibern im Einsatz im Vergleich zu 75 % (80,2 Mio.) Ende 2020. Auch bei den Vertragsarten kam es zu einer leichten Ver änderung. Während 67 % (72,4 Mio.) Postpaid-Karten zum Jahresende 2020 im Einsatz waren, betrug deren Anteil 66 % (69,4 Mio.) zum Ende des ersten Halbjahres 2021.
Auf die Datenkommunikation zwischen Maschinen (M2M) entfielen 40,6 Mio. Karten zum Ende des ersten Halbjahres 2021 (Ende 2020: 36,0 Mio.). Der Anstieg um knapp 13 % in nur einem Halbjahr dürfte auf eine weiterhin steigende Nachfrage nach Smart-Home- und IoT-Anwendungen zurückzuführen sein.

Zahl der SMS sinkt 2020 auf 7 Millionen

In Deutschland werden immer weniger SMS verschickt und dieser Trend hat sich auch in den letzten Jahren fortgesetzt. 2020 sank die Zahl der versendeten Kurzmitteilungen auf 7 Millionen Stück pro Jahr und 2021 wird wohl die Marke von 7 Millionen nach unten durchbrochen werden. Dazu muss man im Hinterkopf behalten, dass viele dieser SMS reine Service-Mitteilungen oder Zugangs-Daten sind. Die wirkliche menschliche Kommunikation ist in diesem Bereich schon längst in den Hintergrund getreten und früher oder später wird es sich auch die Möglichkeit gegen, die rein technischen SMS abzulösen.

Mehr Datenverbrauch und mehr Gesprächsminuten in 2020

Man merkt die Corona-Krise auch deutlich an den Verbräuchen, denn vor allem das Datenvolumen hat deutlich zugenommen. Der durchschnittliche Datenverbrauch pro Simkarte stieg 2020 deutlich an und liegt fast 50 Prozent über den Vorjahr. Insgesamt wurde pro Simkarte im Durchschnitt etwas mehr als 3 Gigabyte Datenvolumen monatlich im Mobilfunk verbraucht. Dies dürfte sich auch 2021 so fortgesetzt haben, denn der mobile Traffic kennt in den letzten Jahr nur die Richtung nach oben.

Überraschend ist dagegen, das auch die Zahl der Gesprächsminuten zugelegt hat. Pro Simkarte wurden 2020 mehr als 20 Gesprächsminuten mehr pro Monat genutzt. Das ist wohl auch auf die Corona-Krise zurückzuführen, denn ohne die normalen Kontakte im Real-Life wurden viele Kontakt per Handy aufrecht erhalten.

Dazu kommt natürlich auch, dass mittlerweile viele Nutzer auf komplette Allnet Flat setzen. Dann sind alle Gespräche komplett kostenlos im Grundpreis enthalten und es macht keinen Unterschied, ob man mehr Gespräche führt oder nicht. Der Preis bleibt gleich. Auch bei den Gesprächen kann man davon ausgehen, dass sich das Niveau 2021 auf diesem hohen Niveau stabilisiert oder vielleicht sogar noch etwas weiter steigt.

Mehr als 20.000 5G Stationen bereits aktiv

Bei der Verteilung der Basistationen in den unterschiedlichen Netzen in Deutschland gab es 2021 einen deutlichen Trend. Die 5G Bereiche nahmen deutlich zu und die 3G Netzbereiche wurden weniger. Mitte 2021 gab es in Deutschland fast 24.000 Basistationen, die 5G ermöglichten und die großen Netzbetreiber haben mittlerweile ihre Tarife auf 5G umgestellt. 3G ist dagegen Ende 2021 in allen Netzen abgeschaltet, Mitte des Jahres gab es nur noch 16.000 Stationen, die aber inzwischen auch alle nicht mehr aktiv sind. Allerdings ist 5G derzeit in erster Linie per DSS Technik ausgebaut. Die Bundesnetzagentur schreibt zum Hintergrund:

Ein Großteil der hier genannten Basisstationen nutzt Dynamic Spectrum Sharing, bei dem bisherige 3G- oder 4G-Nutzungen je nach Bedarf zu 5G-Nutzungen überführt werden. Das volle Potenzial von 5G, wie beispielsweise besonders hohe Datenraten oder geringe Latenzzeiten, werden hiermit noch nicht in jedem Fall erreicht.

Allerdings sind die 5G Stationen noch sehr unterschiedlich verteilt. Das beste 5G Netz mit dem weitesten Ausbau hat aktuell die Telekom. Vodafone erreicht ebenfalls bereits viele Millionen Nutzer in Deutschland und bei O2 hat man gerade erst begonnen, 5G auch in der Fläche auszurollen.

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