Leistungsmerkmal Anrufweiterschaltung/Anrufumleitung – Das muss man zur Funktion wissen

Leistungsmerkmal Anrufweiterschaltung/Anrufumleitung – Das muss man zur Funktion wissen  – Unter Leistungsmerkmale versteht man Funktionen, die über die einfach Sprachverbindung hinausgehen. Solche Funktionen können zum Beispiel Anrufweiterleitung oder Anklopfen sein. Mit Hilfe dieser Leistungsmerkmale wird Telefonieren deutlich komfortabler gemacht und es stehen viel mehr Möglichkeiten offen. Andere Bezeichnungen für Leistungsmerkmale sind „Leistungsbeschreibungen“ und „Dienstmerkmale“. Die Leistungsmerkmale gibt es sowohl im Mobilfunkbereich als auch bei Festnetztarifen. Im folgenden Artikel wird es jedoch lediglich um die Funktion „Anrufweiterschaltung“ bei Mobilfunktarifen gehen. Es wird erklärt, was sich hinter dieser Funktion versteckt, bei welchen Anbietern sie verfügbar ist und wie man sie deaktivieren kann.

In der Regel findet man diese Option in alle Netzen und sie kann sowohl mit Telekom Flatrates, Vodafone Tarifen oder auch den Handyverträgen von O2 genutzt werden. Es kann aber sein, dass sie bei einigen Discountern (vor allem im Prepaid Bereich) nicht zur Verfügung steht.

So funktioniert Anrufweiterschaltung

Unter Anrufweiterschaltung, im Englischen auch Call Diversion (CD) genannt, versteht man die Weiterleitung eines Anrufs an eine festgelegte Nummer. Das Gespräch wird in diesem Fall gar nicht erst zur eigentlichen Nummer durch gestellt, sondern wird von der Vermittlungsstelle direkt an die festgelegte neue Nummer umgeleitet. So wird beim Angerufenen die Nummer des ursprünglichen Anrufers angezeigt aber auch die Nummer, von der aus umgeleitet wurde. Mit dieser Funktion kann zum Beispiel verhindert werden, dass ein Anruf unbeantwortet bleibt. Hat man zum Beispiel ein privates und ein dienstliches Handy, dann kann die Anrufe für das eine Endgerät auf das andere umleiten. So verhindert man, dass ein Anruf ganz verpasst wird oder man erst von ihm erfährt, wenn man die Mailbox abhört.

Hier gibt es einige Einschränkungen, sodass die Weiterleitung über Netze hinweg nicht zwingend funktionieren muss. Es kann zum Beispiel sein, dass man nur eine Mobilfunknummer, die das gleiche Netz nutzt, als Zielnummer festlegen kann. Auch die Weiterleitung über Ländergrenzen hinweg ist eher problematisch. Es gibt verschiedene Versionen und Nutzungsarten von Anrufweiterschaltungen, die alle unter den Überbegriffen Anruf-Zustellung, Anrufweiterleitung oder Call Diversion zusammengefasst sind.

Hier gibt es zum einen die sofortige Rufweiterschaltung. Diese wird oft mit CFU abgekürzt, was für „Call Forwarding Unconditional“ steht. Hier erfolgt die Rufumleitung sofort, wenn die entsprechende Nummer angerufen wird. Dabei findet keine Verzögerung statt.

Man kann mit Call Forwarding Busy (CFB) jedoch auch nur eine Anrufweiterschaltung starten, wenn der eigentlich angerufene Teilnehmer gerade besetzt ist. Nur in diesem Fall wird dann der Anruf weitergeleitet.

Eine weitere Variante ist die verzögerte Rufweiterschaltung. Hier wird der Anruf erst nach einer festgelegten Zeitspanne, zum Beispiel 15 Sekunden, weitergeleitet, wenn der Anruf innerhalb dieser Zeit nicht entgegen genommen wurde. Die Abkürzung lautet hier CFNR für „Call Forwarding on No Reply“.

Auch die Weiterleitung an die Mailbox, wenn der Anruf nicht entgegen genommen wird, ist eine Art der Anrufumleitung. Hier kann man selber entscheiden, wann ein Anruf an die Mailbox umgeleitet werden soll. Entweder wird er direkt durch gestellt, wenn man nicht gestört werden möchte oder die Mailbox schaltet sich erst ein, wenn man den Anruf nicht innerhalb einer bestimmten Zeit entgegen nimmt. Die Weiterleitung an die Mailbox versteckt sich hinter dem Kürzel CFVM.

Auch die Rufumleitung (Call Deflection) fällt unter den Bereich der Anrufweiterschaltung. In diesem Fall wird die Anrufweiterschaltung erst eingeleitet, wenn der Anruf an die eigentliche Zielnummer schon durch gestellt wurden. Daher lautet der deutsche Name manchmal auch „Anrufweiterschaltung nach Rufzustellung (AWS-R) Die Weiterleitung erfolgt hier auch fallweise also für jeden Anruf einzeln und besitzt kein konfiguriertes Ziel.

Als letztes gibt es noch die selektive Anrufweiterschaltung, bei der nur ausgewählte Rufnummer an die neue Zielnummer weitergeleitet werden. So kann man zum Beispiel Familienmitglieder weiterleiten an das private Handy, während Geschäftskunden dies jedoch verwehrt bleibt.

Außerdem muss man bei der Anrufweiterschaltung zwischen vermittlungstechnischen Leistungsmerkmalen und gerätetechnischen Merkmalen unterscheiden. Bei ersterem wird die Leistung vom ausführenden Netz bereitgestellt und damit direkt von der Vermittlungsstelle umgeleitet. Anders läuft das ganze bei der gerätetechnischen Leistung ab. Hier wird der Anruf erst am Handy des angerufenen angenommen und von dort aus weitergeleitet. Das birgt einige Nachteile, da hier zwei B-Kanäle belegt werden. So kann es im schlimmsten Fall zu zusätzlichen Kosten kommen.

Anrufweiterleitung bei den einzelnen Anbietern

Im folgenden Absatz geht es nur um die herkömmliche Anrufweiterschaltung und Rufumleitung zu einer anderen Mobilfunknummer. Die Weiterleitung an die Mailbox wird hier außer Acht gelassen, da diese Leistung mittlerweile in fast allen Tarifen enthalten ist. So gibt es dabei kaum noch einen Unterschied zwischen den einzelnen Anbietern.

Die spezifischeren Anrufweiterleitungen unterscheiden sich dann jedoch teilweise schon deutlich mehr zwischen den einzelnen Anbietern. So muss man immer recherchieren, ob diese Funktion vom gewünschten Mobilfunkanbieter unterstützt wird und ob dafür zusätzliche Entgelte anfallen. Grundsätzlich kann man sagen, dass die Chancen bei Discount-Anbietern wahrscheinlich etwas schlechter aussehen.

Bei den Mobilfunktarifen der Telekom ist es möglich, eine Rufumleitung zu aktivieren, sodass die eingehende Anrufe weitergeleitet werden. Das Ziel der Rufumleitung kann hier die Mobilbox oder eine andere Telefonnummer sein. Dies kann sogar ein Mobilfunk- oder Festnetzanschluss sein. Die Anschlüsse müssen sich dafür jedoch im Inland befinden.

Auch Kunden, die einen Tarif bei Vodafone nutzen, können ebenfalls eine Rufumleitung aktivieren. Auch hierbei ist die Umleitung zur Vodafone Mailbox oder einer anderen Nummer möglich. Diese Nummer muss eine Handy- oder Festnetznummer innerhalb von Deutschland sein. Generell ist die Nutzung dieser Leistung kostenlos. Lediglich bei der Umleitung zu einer Nummer, die ein anderes Netz nutzt, können je nach Vodafone-Tarif zusätzliche Kosten anfallen.

Kunden von O2 haben hier etwas eingeschränkte Möglichkeiten. Hier ist die Rufumleitung lediglich auf die Mailbox möglich. Diese speichert Anrufe dann bis zu 17 tagen. Die maximale Dauer einer Nachricht beträgt hier drei Minuten. Man hat jedoch nicht die Möglichkeit, die Anrufe an eine andere Nummer umzuleiten.

Congstar ist ein Discount-Anbieter, der seine Tarife im Netz der Telekom betreibt. Hier können Kunden sogar bezüglich der Anrufumleitung die selben Leistungen nutzen, wie bei der Telekom. Auch hier ist die Rufumleitung auf die Mobilbox oder eine beliebige Zielrufnummer möglich.

Kunden von Aldi Talk können lediglich von der Rufumleitung auf die Mailbox profitieren. Diese speichert Nachrichten jedoch sogar bis zu 21 Tagen und auch hier beträgt die maximale Dauer drei Minuten.

Klarmobil bietet für seine Tarife ebenfalls eine Umleitung auf die Mailbox oder eine andere Zielnummer an. Hier fallen für die Leistung jedoch Kosten an. Eine Rufumleitung zu einer anderen Nummer kostet 9 Cent pro Minute. Wer Anrufe auf die Mailbox umleitet, der muss nichts zusätzlich zahlen.

Anrufweiterschaltung aktivieren und deaktivieren

Die Anrufweiterschaltung ist eine Funktion, die einige Mobilfunkanbieter grundsätzlich unterstützen. Die Funktion muss jedoch zunächst aktiviert werden, bevor sie genutzt werden kann. Das funktioniert über Steuercodes für das Handy. Diese bestehen aus * und # sowie einer Zahlenkombination. Bestätigt wird Code dann mit dem grünen Hörer. Natürlich gibt es auch andere Wege die Rufumleitung zu aktivieren wie zum Beispiel die Einstellungen oder die Servicewelt des Mobilfunkanbieters. Meist sind Steuercodes jedoch die einfachere Variante. Daher werden nun die Steuercodes für die spezifischen Einstellungen genannt. Dabei muss man jedoch beachten, dass man bei der Rufnummer mit +49 anstatt mit 0 beginnen muss. Hier muss also der Ländercode verwendet werden.

  • Absolute Rufumleitung: Sollen alle Anrufe automatisch auf die andere Nummer umgeleitet werden, dann wählt man diese Variante. Man aktiviert sie mit der Tastenkombination **21*Rufnummer#. Die Deaktivierung erfolgt dann über den Steuercode ##21#.
  • Besetzt: Wenn die eigentlich angerufene Nummer gerade besetzt ist, dann kann man die Tastenkombination **67*Rufnummer# nutzen, um die Anrufe umzuleiten. Deaktiviert wird hier über den Befehl ##67#.
  • Nicht erreichbar: Als dritte Möglichkeit kann man Anrufe umleiten, wenn der Anrufer gerade nicht erreichbar ist. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn das Handy ausgeschaltet ist. Zum Aktivieren nutzt man **62*Rufnummer# und zum Deaktivieren ##62#.
  • Nach einer Zeitspanne: Nimmt der angerufene Teilnehmer nicht rechtzeitig ab, dann kann man eine Sekundenanzahl festlegen, nach der der Anruf weitergeleitet wird. Dabei wird die Zeit immer in Sekunden angegeben. Man nutzt hier **61*Rufnummer**Zeit#. Deaktiviert wird diese Variante wieder über ##61#.
  • Es gibt auch die Möglichkeit bei den letzten drei Regeln gemeinsam eine Weiterleitung zu aktivieren. Diese gilt dann, entweder wenn besetzt ist, man nicht erreichbar ist oder nicht schnell genug ans Handy geht. Dafür lautet der Zahlencode **004*Rufnummer#. Zum Deaktivieren tippt man ##004# ein.

Leistungsmerkmale im Überblick

Hier abstimmen.
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