Handy Branding – was steckt dahinter und was sollte man beachten?

Handy Branding – was steckt dahinter und was sollte man beachten? – obwohl die Bezeichnung „Smartphone Branding“ sich recht erhaben anhört, versteckt sich nichts allzu großes dahinter: dabei handelt es sich um die „Brandmarke-Methode“, bei welcher der Mobilfunkanbieter das gekaufte Handy mit eigener Benutzeroberfläche und Firmware ausstattet. Selbstverständlich kann sich eine solche Methode von der typischen Smartphone Software unterscheiden. Sind die Änderung aber eher negativ oder positiv zu deuten? Kann man die vorinstallierte Software problemlos entfernen? Mehr zu dem Thema erfahren die Leser im folgenden Bericht.

Handy Branding – das wichtigste im Überblick

Wie die Übersetzung des Namens schon verraten haben möchte, zeigt die „Brandmarke“ denjenigen an, dem das Handy gehört. In diesem Fall ist es der Mobilfunkbetreiber. In der Regel handelt es sich um ein Handy-Modell, das zusammen mit einem Vertrag verkauft wurde und dabei etwas weniger kosten mag, als andere Geräte. Durch die Preisreduzierung oder andere für den Kunden angenehmere Angebote muss der Nutzer nun damit rechnen oder zurechtkommen, dass der Anbieter die Brandmarke weiter verbreiten will. Es handelt sich also im Großen und Ganzen um eine „Quid pro quo“ Beziehung bzw. Vertrag zwischen dem Anbieter und dem Käufer und in der Regel findet man dieses Branding auch nur bei Angeboten mit Vertrag und nicht bei freien Handys, die ohne Tarife und Flat geliefert werden. Dazu setzen nur die großen Anbieter wie Telekom, Vodafone und O2 auf dieses System.

Daran erkennt man ein Handy Branding

Früher – und das heißt ungefähr so viel, wie vor zehn Jahren – äußerte sich das Branding eines Handys schon auf der Handyhülle. So war das Telekom oder das O2 Brand nicht nur für den Nutzer, sondern auch für alle anderen in seiner Umgebung zu sehen. Der Inhaber des Gerätes fungierte also mehr oder weniger wie ein Werbungsschild für andere potenzielle Käufer. Inzwischen verzichten die Mobilfunkanbieter auf solche Methoden. Heute wird das Branding nur an der Software des Gerätes zu sehen sein. Ein Blick auf die Benutzeroberfläche kann dem Nutzer schon verraten, ob das Handy „markiert“ wurde oder nicht. Wird man sein Smartphone an- oder ausmachen wird man auch das entsprechende Logo des Anbieters zu sehen bekommen. Dasselbe betrifft in einigen Fällen auch das Hintergrundbild und die Firmware. Es kommen also zusätzliche Anwendungen und Werbe-Apps, mit welchen der Normalnutzer in der Regel nichts anfangen kann. Doch ist es wirklich schlimm oder nicht?

Handy Branding beim Galaxy S8 im Video

Vorteile von Smartphone Branding

Zu den unbestreitbaren Vorteilen des Smartphone Brandings gehört die Voreinstellung des Gerätes. Dabei werden jegliche Schritte, die man bei dem ersten Einschaltvorgang manuell konfigurieren muss, schon im Voraus erledigt, sodass man das Handy nur noch einschalten und sofort mit der Nutzung loslegen kann. Dasselbe betrifft auch die Telefonie-, App- und Internetdienste. Was das Letztere angeht, so ist bei den „Branding-Handys“ auch eine spezielle Taste im Internet verfügbar, mit welcher man die Seite des Netzbetreibers ohne weitere Umstände öffnen kann. Die Nutzung der Anwendungen ist ebenfalls einfacher, da man bei diesen die für das Gerät optimalen Einstellungen nutzen kann.

Nachteile von Smartphone Branding

Jedoch hat das Branding auch gewisse Nachteile. Viele Leser, die schon mehr Erfahrung mit der Handynutzung gehabt haben, werden sicherlich an andere Smartphones gedacht haben, bei welchen eine sofortige Nutzung ebenfalls vorhanden ist, ohne dass man dabei ununterbrochen auf das Logo des Mobilfunkanbieters gucken muss oder die vorinstallierten Apps nutzt. Des Weiteren bestehen aber viel schwerwiegendere Probleme, als nur das Anbietersymbol und die im Endeffekt dazu führen, dass die entsprechenden Modelle zu einem geringeren Preis angeboten werden. Zu diesen gehören folgende:

  • Begrenzte Auswahl an Display-Hintergründen, Animationen für Start- und Schlussbildschirme und Klingeltöne: bei den Geräten mit Branding ist die Wahl dieser begrenzt, wobei alle anderen Smartphones eine Fülle an diesen anbieten
  • Belegung der Sondertasten: diese können nicht nach persönlicher Wahl belegt werden, da die Voreinstellungen des Mobilfunkbetreibers es schon gemacht haben
  • Veränderte Menüstruktur: auch ist dieser Aspekt im Voraus verändert worden, was vielen Nutzern nicht gefallen könnte
  • Speicherplatzproblem: die schon erwähnten Logos und Themen des Anbieters werden auf dem Handy des Nutzers abgespeichert und nehmen so viel Speicherplatz ein. Dazu kommt auch noch, dass man diese Dateien nicht einfach löschen kann
  • Update-Problem: eine weitere Unannehmlichkeit bilden die entsprechenden Smartphone-Updates. Wird ein solches zum Download bereitgestellt, müssen die Inhaber von Branding-Handys noch eine Weile warten, bis sie diese herunterladen und installieren können, denn das System muss noch aufgrund der Voreinstellungen angepasst werden. Wirklich problematisch kann es vor allem dann werden, wenn man auf die Sicherheitsupdates wartet

Kann man das Smartphone Branding entfernen?

Um die Frage kurz und prägnant zu beantworten: nein. Ohne Weiteres ist es ziemlich schwer das Branding von einem Handy zu entfernen, da es in der Regel mit den wichtigen und für das Gerät vitalen Teilen Programmteilen verbunden sind. Das sogenannte „De-Branding“ ist daher für die Normalnutzer nicht zu empfehlen, da sie dadurch nur die Funktionalität ihres Smartphones gefährden. Die erfahrenen Nutzer führen das „De-Branding“ auf eigene Gefahr durch. Im weiteren Verlauf des Berichtes soll auf das Thema näher eingegangen werden.

Anpassen von der Homescreen-Optik

Will man jedoch nur das Logo des Anbieters von dem Bildschirm bzw. dem Homescreen entfernen, so läuft es einfacher als das „De-Branding“ ab. Um das zu machen, benötigt man einen speziellen Launcher, der dasjenige von dem Anbieter ersetzt. In der Regel werden solche Launchers als „Homescreen-Replacements“ bezeichnet. Im Internet bzw. bei einer Google-Suche findet man mehrere Seiten, welche eine große Auswahl an den Launchern haben. Darüber hinaus kann man die Suche auch bei App-Store und iOS fortsetzen, denn solche Programme, die kostenlos erhältlich sind, werden dort ebenfalls angeboten. Dabei muss man nichts weiter machen, als den Launcher herunterladen und auf dem Gerät installieren. Dieser bietet eine große Auswahl an optischen Anpassungsmöglichkeiten, die den Nutzern besser ansprechen sollten, als das Logo des Anbieters. Alle weiteren Einstellungsmöglichkeiten findet man bei der Nutzung des entsprechenden Launchers.

„De-Branding“ – Teil 1: Richtige Firmware wählen

Wie es schon im Oberen beschrieben wurde, erfolgt das „De-Branding“ auf eigene Gefahr des Nutzers, da der Vorgang mit allerlei Problemen verbunden werden kann. Um diesen durchführen zu können ist es jedoch wichtig die richtige Firmware zu finden. Mit dem Vorgang, der als „flashen“ bezeichnet wird, soll das entsprechende Programm das „De-Branding“ durchführen. In der Regel unterscheidet sich der Vorgang, sowie das Programm in Abhängigkeit zu dem Gerät und dem Hersteller. So nutzt man für Samsung-Geräte meistens die „Odin“ Software und für HTC-Smartphones „Minimal ADB“. Die Programme sind meistens kostenlos zu haben, wobei man darauf achten sollte, aus welcher Quelle diese heruntergeladen werden. Scheint die Seite unseriös oder nicht vertrauenswürdig zu sein, sollte man die Software nicht downloaden und es lieber auf einer anderen Seite versuchen, vor allem, wenn man private Dateien auf dem Smartphone hat. Bei dem „De-Branding“ Prozeß muss man folgende Schritte beachten:

  1. nachdem die Software heruntergeladen wurde, muss man diese auf dem PC installieren
  2. dann muss auch der passende Treiber für das Smartphone (ebenfalls) auf PC heruntergeladen werden
  3. als nächstes sucht man sich die richtige und ungebrandete Firmware für das Gerät aus – das kann man auf den Seiten „Easy-Firmware.com“ machen. Bei diesem Schritt ist es wichtig, auf das zu dem Handymodell passende Firmware zu achten
  4. um die richtige Modellbezeichnung des Smartphones zu finden geht man zunächst in die Einstellungen des Gerätes und weiter in die „Optionen“. Dort findet man den Punkt „Infos zum Gerät“ und geht über diesen in den Punkt „Geräteinformationen“ über. Die gesuchte Modellnummer muss dort zu sehen sein (alternativ kann man diese auch unter dem Akku, falls dieser austauschbar ist, finden)
  5. nachdem man die Nummer gefunden hat muss man nach der passenden Firmware suchen und diese anschließend herunterladen

„De-Branding“ – Teil 2: Smartphone auf das „De-Branding“ vorbereiten

Der Prozeß des „De-Brandings“ dauert in der Regel lange. Damit es nicht noch mehr in die Länge gezogen wird, muss man im Voraus bestimmte Vorbereitungen treffen. So ist es ratsam, das Smartphone komplett aufzuladen, damit es sich nicht mitten in der Operation ausschaltet. Des Weiteren lohnt es sich alle wichtigen Daten auf dem Gerät zu sichern, denn diese werden beim „De-Branding“ definitiv vernichtet. Ebenso sollte man die Speicher- und die SIM-Karte aus dem Gerät entfernen. Als nächstes muss man das Handy in den „Download-Modus“ bringen. Auch hier unterscheidet sich der Vorgang von einem Modell zum anderen, in der Regel ist es aber eine bestimmte Tastenkombination, die beim Einschalten betätigt werden muss. Bei Samsung Galaxy Geräten drückt man gleichzeitig die Einschalt-, Home- und die Lautstärke-Leiser-Taste bis man eine Meldung auf dem Bildschirm sieht. Um die Benachrichtigung zu bestätigen drückt man auf die Lautstärke-Lauter-Taste.

„De-Branding“ – Teil 3: Android Smartphone flashen

Um den Flash-Prozess zu starten, muss man das heruntergeladene Flash Programm auf dem Computer aktivieren. Dann wird das Handy mit dem USB-Kabel an den PC angeschlossen. Als nächstes werden die passenden Firmware Dateien für das Gerät ausgewählt und der Flash-Vorgang kann angefangen werden. Wie es schon angesprochen wurde, kann der Prozeß einige Zeit in Anspruch nehmen. Dabei muss man nichts weiteres machen und keine Angst bekommen, wenn das Handy mehrmals neugestartet wird. Anschließend muss eine Bestätigung auf dem Handy erscheinen, die den Nutzer über den abgeschlossenen Vorgang informiert.

Kann man das Flashen rückgängig machen?

Ja. Will man den Prozeß umkehren, so kann man dieselben Schritte vornehmen, wie diese im Oberen dargestellt wurden. Jedoch muss anstatt von den Firmware Dateien die von dem Hersteller gebrandete Version heruntergeladen und auf dem Smartphone installiert werden.

Flashing von iPhone

Ähnlich wie bei Android, können auch die iPhone Nutzer ihre Geräte von dem Branding befreien. In diesem Fall läuft der Vorgang sogar einfacher ab, wobei man auch hier erneut erwähnen sollte, dass man alle wichtigen Dateien von dem Gerät sichern muss, denn auch hier werden sie von dem Flashing-Prozeß unmittelbar gelöscht. Auch können wichtige Elemente des Gerätes irreversibel beschädigt werden, sodass die weitere Nutzung nicht mehr möglich sein wird. Deswegen sollten die Leser es sich mehrmals überlegen, ob sie bereit sind, ihr Gerät einzubüßen. Um das iPhone zu „de-branden“ muss man Folgendes machen:

  1. der iPhone muss sich in dem „DFU-Modus“ befinden. Um das zu machen muss das Gerät im ausgeschaltetem Zustand an den PC angeschlossen werden.
  2. hat man den ersten Schritt erfolgreich durchgeführt, startet man als nächstes iTunes
  3. nun sollte man das iPhone einschalten. Dabei muss man die Einschalt- und die Home-Taste gleichzeitig für ungefähr 10 Sekunden gedrückt halten. Nach dem Ablauf der 10 Sekunden lässt man die Einschalt-Taste los, drückt aber weiter auf die Home-Taste. Das macht man so lange, bis iTunes das Gerät gefunden hat.
  4. im iTunes wählt man dann die Option „Restore iPhone“ aus
  5. hat man das gemacht, wird iTunes nun die passende Firmware-Update downloaden und es dann auf dem iPhone aktivieren. Anschließend wird das Gerät zurückgesetzt und kann Branding-Frei benutzt werden

Wichtiger Tipp: auf die Garantie achten!

Einige Leser werden sich gefragt haben, ob man bei dem bzw. nach dem „De-Branding“ die Garantie für das Gerät verliert. Im Internet findet man darauf unterschiedliche Meinungen. In der Regel werden die Anbieter bestimmt nicht erfreut sein, wenn sie merken, dass jegliche Änderungen an dem „Branding-Gerät“ vorgenommen wurden und können aus diesem Grund die Garantie verweigern. Jedoch hängt das auch von dem Anbieter ab. In einigen Fällen kann es auch dazu kommen, dass das „De-Branding“ keinerlei Auswirkung auf das Smartphone hat. Wird die Garantie verweigert und man versucht das „De-Branding“ ruckgängig zu machen, kann das auch Spuren hinterlassen, die von dem Anbieter gesehen werden können. Hat man jedoch beim Flashen die Firmware benutzt, die „Netzbetreiber-neutral“ war, kann die Garantie auch weiter bestehen bleiben. Jedoch und hier erneut die Erinnerung, führt man das „De-Branding“ auf eigene Gefahr durch und muss eventuell damit rechnen, dass man die entstehenden Reparaturkosten bzw. den Kauf eines neuen Gerätes in Anspruch nimmt.

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